Ich sammle ja bekanntlich Thin-Clients, normalerweise habe ich dabei auch immer einen Verwendungszweck im Kopf. So auch beim Dell Wyse 3030LT.
Warum noch ein weiterer Thin-Client?
Ich möchte gerne meine USV mit NUT ans Netzwerk anbinden und das ganze möglichst unabhängig von den bestehenden Servern. Dabei kommt einem natürlich ein Raspberry Pi (oder andere Einplatinencomputer) in den Kopf - die Dinger sind aber in den letzten Jahren echt teuer geworden. Die günstigsten Einplatinencomputer kosten aktuell 25-30 € für die nackte Platine, da kommen dann noch Kosten für ein Netzteil, eine (Micro-) SD-Karte sowie ein Gehäuse dazu.
Und da kommt der Wyse 3030LT ins Spiel. Das Gerät ist von der Leistung her wirklich schwach, ist aber energieeffizient und vor allem günstig zu bekommen. Ich habe vor wenigen Wochen 10 € plus Versand pro Stück bezahlt, das ist wirklich nicht viel.
Der Dell Wyse 3030LT
Der Dell Wyse 3030LT hat überaus schwache Hardware verbaut:
- CPU: Intel Celeron N2807 (2x 1,58 GHz) von 2014
- RAM: 2 GB DDR3
- Speicher: 4 GB eMMC (verlötet)
- WLAN: Nein
- Anschlüsse:
- 2x USB 2.0
- 2x USB 3.0
- 2x DisplayPort
- 1x 1 G LAN
- 1x Audio (Kombi-Buchse)
Bilder

Stromverbrauch
Im Idle liegt der 3030LT bei etwas über 2 Watt. Unter Volllast habe ich maximal ca 5 Watt gesehen. Beides sind wirklich niedrige Werte, das ist auf dem Niveau eines Raspberry Pis. Rerechnet mit 2,5 Watt sind das pro Jahr etwa 22 kWh, was das kostet kann sich jeder anhand seines Strompreises selbst ausrechnen.
Mögliche Aufgaben für ein derartiges Gerät
Ursprünglich konzipiert wurde das Gerät ja als Thin Client. Das habe ich kurz ausprobiert - funktioniert.
Viel spannender finde ich hier aber die alternativen Optionen. Mit einem schlanken OS (Debian Minimal oder Alpine oder so etwas) reichen die 4 GB Speicher halbwegs. Und damit taugt der Wyse 3030LT beispielsweise für folgendes:
- NUT-Server für eine USV
- Audioplayer für bspw. Snapcast
- DNS-Server oder DNS-Blocker (mit bspw. PiHole, AdGuard oder Blocky)
- Webserver
- NAS (mit externer Festplatte)
- Unifi-Controller
- HomeAssistant (auch wenn das vom Speicher her schon eher eng wird)
- Monitoring mit Uptime-Kuma
… generell für kleine Aufgaben, die nicht viel Rechenleistung brauchen.
Mein Einsatzzweck
Für mich ist eigentlich nur der Einsatz als NUT-Server und als Audioplayer spannend. Der Thin Client hat sich bereits bewährt, weshalb ich wahrscheinlich von dem Modell noch weitere Geräte kaufen werde. Die CPU ist zwar über 10 Jahre alt, aber angesichts des Stromverbrauchs stört mich das nicht weiter.
Benchmark
Wie üblich habe ich noch kurz YABS ausgeführt.
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Spaßeshalber habe ich auch noch kurz einen Minecraft-Server (Paper mit 1 GB RAM) gestartet und getestet. Die Performance war - wie zu erwarten - nicht gut. Mit vorgenerierter Welt und anderen Optimierung könnte es aber noch an der Grenze von “Spielbar” sein.
Fazit
Der Stromverbrauch ist mit etwas über 2 Watt so niedrig wie gehofft und damit auf Niveau von Einplatinencomputern wie dem Raspberry Pi. Die Leistung ist absolut grauenhaft - was mich beim geplanten Einsatzzweck als Audioplayer oder als Server für NUT nicht weiter stört. Ja, Updates dauern minimal länger, aber auch das ist nicht weiter wild. Und der Preis ist nun wirklich kaum zu unterbieten.
Wer also ein Gerät sucht, was kleine Aufgaben, die nur sehr wenig CPU-Leistung benötigen, ausführen kann - der Dell Wyse 3030LT ist dafür quasi perfekt.