Lange Zeit habe ich Confluence als Wiki genutzt. Funktionsreich, hübsch und mit Jira integriert. Aber irgendwann kamen die bekannten Punkte: hoher Ressourcenbedarf und aktiver Rückbau der selbstgehosteten Version durch Entfernung der günstigen Lizenzen (und zukünftig auch aller selbsthostbaren Varianten). Also begann die Suche nach einer Alternative, die möglichst schlank, aber trotzdem gut nutzbar sein sollte.
Ich habe mir dabei diverses angesehen. XWiki kannte ich von der Arbeit, gefiel mir aber weder optisch noch von der Bedienung her. Von den Ressourcen war es auch eher auf dem Level von Confluence. MediaWiki hat für nicht funktioniert - als Wiki generell nicht schlecht, für “mal eben” aber irgendwie unhandlich. Wiki.js habe ich mir ebenfalls angesehen, aber auch damit bin ich nicht so wirklich warm geworden. Die Bedienung ging nicht so von der Hand, wie ich mir das vorgestellt habe.
Dann hat mir mein Bruder Outline gezeigt. Was für mich ziemlich perfekt aussah. Minimalistisch, schnell, gute und intuitive Bedienung. Es fühlt sich modern an, ohne überladen zu sein. Und ist auch noch Markdown-basiert. Eine native App gibt es zwar nicht, die PWA funktioniert aber gut.
Der Funktionsumfang und auch Gestaltungsmöglichkeiten sind natürlich deutlich unter dem, was Confluence kann, aber davon vermisse ich auch nach vielen Jahren wenig.
Betrieb
Selfhosting bei Outline ist nicht so einfach wie bei anderen Softwareprodukten. Neben einer Postgres-Datenbank wird Redis benötigt - soweit so gut. Zwingend erforderlich ist aber auch ein externer Auth-Provider - in meinem Fall OIDC via Authentik. Früher war auch ein S3-Bucket als Speicher für Anhänge erforderlich, die Anforderung ist aber dank dem neu hinzugekommenen lokalen Storage nicht mehr verpflichtend. Trotzdem fühlt es sich so an, als ob Selfhosting zwar offiziell unterstützt wird, der Hersteller aber den Fokus klar auf dem eigenen SaaS-Angebot in der Cloud hat.
Hat man das Setup aber einmal laufen, ist Outline sehr stabil. Ich nutze es nun seit gut drei Jahren in meiner Umgebung, und es ist dabei geblieben – einfach, weil es funktioniert.
Fazit
Outline hat sich bei mir nun wirklich bewährt. Minimalistisch, aber trotzdem genügend Features; selbst hostbar, gute Bedienung. Alternativ lohnt sich ein Blick auf Bookstack. Das habe ich mir zwar lange nicht mehr angesehen, war aber der Alternativkandidat, falls Outline mir nicht gefallen hätte.